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| Inspiration

Die Keramiksäule

Ein Kunstobjekt als Wärmequelle

Mit Neugier nähert man sich dem freistehenden Objekt. Wer ein Faible für außergewöhnliche Keramik hat, wird unweigerlich von dieser schlanken, mannshohen Säule der Keramikerin Eva von Ruckteschell angezogen.

Die frei im Raum verschiebbare Keramiksäule ist eine autarke Wärmequelle und benötigt keinen Kaminanschluss. Sie ist aus drei Teilen aufgebaut. Hinter einem kunstvoll gestalteten Keramik-Einsatz befindet sich im unteren Drittel der Säule ein Ethanolbrenner, der bequem mit Ethanol befüllt werden kann. Die Säule ist auf einer Stahlplatte mit Rädern montiert und erzeugt eine Strahlungswärme von rund 600 Watt.

Die glatte Oberfläche verlockt, die Säule zu berühren und die Linien der Motive mit den Fingern nachzufahren. Sie ist warm wie ein Kachelofen. An kalten Tagen kann man die Keramiksäule umarmen, um sich zu wärmen. In einer Aussparung auf der Oberseite der Säule ruht eine passend glasierte Keramikschale. Befüllt mit ätherischen Ölen und Wasser, verfeinert der mit Aromen angereicherte Wasserdampf das Raumklima.

Die Motive und Verzierungen entstehen mit unterschiedlichsten Druck- und Malereitechniken. Teils erinnern die Motive in Form und Farbe an antike Bauernmalerei. Teils verwendet die Künstlerin orientalisch anmutende Muster oder fernöstliche Motive wie etwa einen chinesischen Drachen. „Für die Motive mit einer maurischen-orientalischen Ästhetik verwende ich Stempel aus Afghanistan oder auch aus Indien, wo man Sari-Stoffe mit diesen Stempeln bedruckt. Die Stempel finde ich auf den Märkten während meiner Reisen. Für den Ausdruck meiner Arbeiten ist es mir wichtig nicht so lange im Detail zu verweilen. So bietet die Flüchtigkeit Spielraum für die Phantasie des Betrachters.“

Technische Daten: Der innenliegende Brenner verbraucht etwa ½ Liter Ethanol bei einer Brenndauer von vier bis fünf Stunden. Eva von Ruckteschell konzipiert auf Anfrage individuelle Säulen und auch ganze Kachelöfen.

 

www.eva-von-ruckteschell.de

Fotos: Eva von Ruckteschell
Interview und Text: Anja Theßenvitz

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