„Die spinnen, die Designer“
Designers Open und Grassi-Messe 2011
Drei Tage sind die Baumwollspinnerei und das Grassi-Museum in Leipzig Präsentationsfläche für über 160 Spitzen-Designer aus 10 Ländern. Hier wird vernetzt, es werden Trends diskutiert und Impulse für weitere Entwicklungen gesetzt. Wir waren für Sie vor Ort und stellen Ihnen hier drei herausragende Künstler und ihre Arbeiten vor.
Markus Schürmeyer – Steinbildhauer
www.stein-kunst-schuermeyer.de
Die großen Steinschalen des Bildhauers Markus Schürmeyer ziehen uns magisch an, den Stein zu berühren. Außen hart und rau, oft nur grob bearbeitet, innen samtweich anzufassen. „Ich habe mir das Material ausgesucht, weil es am härtesten ist," sagt Markus Schürmeyer. "Es bietet mir den meisten Widerstand. Mich fasziniert es, Materie zu formen. Ich finde die Haptik wunderbar. Wenn der Stein angeschliffen wird, bekommt er einen besonders sinnlichen Charakter.“
Julia M. Langstein – Textildesignerin
www.bodenkleid.de
Julia Langstein ist Textildesignerin. Ihre Teppiche sind ein Knaller, sie fallen uns auf in ihrer Farbgebung oder in ihrer außergewöhnlichen Struktur. Die Wolle ist echt, fasst sich angenehm an. „Als Textildesignerin finde ich den Bereich Teppich sehr spannend, weil es ein langlebiges Produkt ist. Und immer wieder ist der Teppich der zentrale Knotenpunkt eines Wohnzimmers. Er ist das Herzstück einer Wohnung. Da findet das Leben statt - das ist es, was mich am meisten fasziniert.“
Johannes Buch – Industriedesigner
www.knikits.com
Der knikits-Stuhl des Industrie-Designers Johannes Buch überrascht uns. Beim Hochheben ist er nicht nur super leicht, sondern auch sehr stabil. Das Design kann man selbst gestalten, mit Stoff, mit Farben, als Collage, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. „Pappe ist ein natürliches Material, es wird aus Papierfaser hergestellt, es ist recyclebar. Es hat eine sehr warme Haptik, ist experimentell, man kann etwas ausprobieren, “ so Johannes Buch.
Wir wollen von den Künstlern wissen, worauf ihre Kunden besonderen Wert legen.
Schürmeyer:
„Jeder Stein hat Unikatcharakter, ist ein Einzelstück. Und meinem Empfinden nach schätzen meine Kunden, dass es etwas Echtes, Ursprüngliches und Archaisches ist. Das versuche ich auch auszudrücken.“
Langstein:
„Besonderen Wert legen meine Kunden auf die Hochwertigkeit der Materialien. Eine weitere besondere Eigenschaft meiner Teppiche sind die kurzen Handelswege. Fast alle Fertigungsprozesse finden in Deutschland statt - bis auf Schafe die in Neuseeland herumlaufen. Hier wird gesponnen und gefärbt. Auch das Latex kommt aus Deutschland.“
Buch:
„Bei knikits ist ein wichtiger Aspekt die Recyclebarkeit. Knikits ist ein ergonomisches Kindermöbel. Was meine Kunden begeistert ist der Spaß an der eigenen Mitarbeit. Das Falten ist sehr anspruchsvoll und fordert die Eltern. Es weckt Begeisterung mit dem Material umzugehen und sich mit dem Falten zu beschäftigen. Und es regt zur Zusammenarbeit an - die Eltern beim Zusammenbau und Falten und anschließend die Kinder in der Gestaltung des Stuhls. Das macht das Produkt einigartig: es ist dazu da, gestaltet zu werden.“
Zum Thema Wohnen und Einrichten: Wo geht Ihrer Meinung nach aus künstlerischer Sicht in Zukunft die Reise hin?
Buch:
„Aus meinem Bereich heraus geht es hin zu natürlichen, naturbelassenen Materialen, weniger Kunststoffe, weniger stark verarbeitete Materialen. Architektonisch geht es natürlich hin zu offenen Räumen. Helligkeit und Licht spielen eine immer größere Rolle. Das Raumklima wird durch die Materialien stark bestimmt, das gewinnt immer mehr an Bedeutung.“
Langstein:
„Für die nächsten Jahre finde ich, zeigt sich ein wichtiger Trend in der Individualisierbarkeit von Dingen. Jedes Möbel muss flexibel sein, sich dem Raum anpassen können, wandelbar sein. So arbeite ich auch gerne mit den Teppichen, die sich der Kunde selbst zusammenstellen kann. Er ist da sehr frei in der Farb- und Größenauswahl. Das ist glaube ich auch ein Aspekt, den mein Kunde mag: Er möchte mitbestimmen, er möchte seinen Raum mitgestalten können und diese Freiheiten versuche ich ihm auch zu gewähren.“
Schürmeyer:
„Ich denke, wenn Menschen mehr Geld, mehr Potenzial zur Verfügung haben, um sich Räume einzurichten, geht es beim Thema Wohnen und Einrichten genau dahin: Wo es spürbar wird, dass etwas über den Massengeschmack hinaus geht. Wo ein Erlebnis geschaffen wird und tiefere Schichten in einem Menschen berührt werden. Sich mit Dingen zu umgeben, die einen wirklichen Bezug zur Umwelt herstellen.“
DachKomplett – Ideen öffnen Räume.

